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"Politik und politische Aussagen bewerten - Die Arbeit der
Internetplattform der Trupoli AG"
Praktikantenstammtisch - Veranstaltungsreihe der Lüthke Politikberatung
am Montag, dem 19. Mai 2008
im "Wahlkreis", Reinhardtstraße 37, 10117 Berlin-Mitte
Referent: Johannes Zumpe, Vorstandsvorsitzender (CEO) der Trupoli AG
Johannes
Zumpe (Jahrgang 1978) legte in Bonn das Abitur ab und studierte an der
privaten Otto-Beisheim-School of Management (WHU) in Vallendar bei Koblenz
Betriebswirtschaft. Heute engagiert er sich ehrenamtlich als Regionalkreisleiter
der Alumni-Organisation der "unabhängigen, international ausgerichteten
Elite-Hochschule zur Vorbereitung von Führungskräftenachwuchs für die
Wirtschaft" (Titel eines Konzeptes im Vorfeld der Hochschulgründung).
Im Anschluss an das Studium arbeitete er bei der Manufactum Hoof und Partner KG
als Assistent des Gründers und wechselte von dort in die Beratungsfirma des
früheren Leiters der Außenpolitischen Abteilung im Bundeskanzleramt und
BMW-Vorstandes Horst Teltschik, Teltschik Associates, wo er als Unternehmens-
und Politikberater tätig war.
Die Idee, die zur Gründung von Trupoli führte, war, Politik und Internet
auf eine gemeinsame Plattform zu bringen, auf der Politikerinnen und Politiker
auf der einen und Bürgerinnen und Bürger auf der anderen Seite direkt
miteinander in Kontakt treten können. "Es gab eine Menge Einflüsse zu dieser
Idee: Politiker, die ihr sprichwörtliches Fähnchen im Wind des Populismus
drehen, die Schwierigkeit, einzelne Themen in den Medien zu finden, etliche
Gespräche mit Bürgern und Politikern und einige Flaschen Wein." (aus einer
Selbstdarstellung)
Die Umsetzung von der Idee im Januar 2007 bis zur Gründung Mitte April 2007 war
schnell vollzogen:
Die Trupoli AG ist seit dem 10. Dezember 2007 mit einem Internetangebot online,
welches das "Web 2.0" in die Politik bringen soll. Zu einer großen Zahl (rund
4.200) Politikerinnen und Politikern können von diesen in der Öffentlichkeit
gemachte Aussagen eingegeben werden, die anschließend von der Community bewertet
werden sollen.
"Trupoli – Wir sind Politik – ist eine unabhängige Bewertungs- und
Informationsplattform für Politik. Die Trupoli AG wurde im April 2007 in München
von Johannes Zumpe (CEO), Rudolf Zeilhofer (CTO) und Anian Leistner (Leiter
Product Management) gegründet. Sowohl die Gründer als auch das Unternehmen
selbst sind vollkommen unabhängig: von Parteien, politischen Organisationen,
Lobbygruppen, Konzernen und Medien." (Aus einer Pressemitteilung der Agentur Dr.
Haffa & Partner Public Relations GmbH vom 17. Januar 2001.
Dabei bemüht sich die Aktiengesellschaft im Augenblick darum, eine
Nutzergemeinschaft aufzubauen. Geldgeber für dieses Projekt sind der ehemalige
Chef des Linux-Server-Spezialisten Collax, Olaf Jacobi, und Friedrich vom Diest,
Managing Partner des Venture Capital Teams Sirius Venture Partners.
Anfang April 2008 standen nach Angaben von Trupoli 4.250 eingestellten
Politikerzitaten 55.000 Bewertungen gegenüber.
Spitzenreiterin bei den Bewertungen scheint zum Zeitpunkt der Erstellung dieses
Textes Bundeskanzlerin Dr. Merkel zu sein, von der 165 Aussagen vorliegen für
die 5.206 Bewertungen vorliegen.
Zu jeder Aussage können registrierte Nutzerinnen und Nutzer (a) ihre
Einschätzung der Glaubwürdigkeit, (b) den Grad ihrer Zustimmung zu der Aussage
und (c) ihre Meinung über die Wichtigkeit der Aussage angeben -jeweils auf einer
Skala zwischen -5 und +5 (wobei auch "keine Antwort" möglich ist).
Alle Bewertungen werden dabei aggregiert, so dass sich für die Bundeskanzlerin
(momentan) eine Glaubwürdigkeit von -1.6, eine Zustimmung von -1.2 und eine
Wichtigkeit von -0.7 ergibt.
Zu den Äußerungen sind Kommentierungen möglich, die ähnlich wie bei anderen
Seiten durchwachsen sind - eben das von einigen hochgeschätzte "Web 2.0".
Wichtig für Trupoli ist, dass nicht die Personen, sondern Aussagen bewertet
werden, dem folgt auch die Überlegung, keinen übergreifenden Index pro Person zu
berechnen.
Dabei reagiert die junge Seite schnell auf Aktualität, politische Ereignisse
bringen schnell die Rangfolgen durcheinander. Das zeigt sich auch daran, dass
sowohl Frau Ypselanti aus Hessen als auch Herr Pflüger aus Berlin kurzfristig
führend sein können - beide haben zwar nur eine regionale Bedeutung aber sie
stehen im Kern von Auseinandersetzungen um eine parlamentarische Zusammenarbeit
mit der Linkspartei oder die Schließung eines Flughafens.
Neu bestehen seit dem 17. April Gruppen bei Trupoli, die zum Austausch der
Mitglieder dienen. Bis jetzt sind es neun Stück.
Links zum Thema:
- Ein eigenes Bild der Seite können Sie unter auf der
Homepage von Trupoli
gewinnen.
- Wenn Sie Johannes Zumpe bereits vor der Veranstaltung einmal lebendig und in
Aktion sehen wollen, gibt es
eine kleine Erklärung, was Webdemokratie ist: Meinungen aus dem Internet
sollen danach Politiker
beeinflussen.
(Bitte beachten Sie, dass im Abspann jemand genannt wird, der den Schnitt des
Beitrages besorgt haben soll :) - das liegt aber nicht in der Verantwortung von
Trupoli.)
- Ein
Interview zum Geschäftsmodell und der Frage nach unterstützenden Politikern
gibt es von der Zeitschrift JETZT, der Beilage der Süddeutschen Zeitung.
- Zu einer Zeit, als das Geschäftsmodell noch ein Geheimnis war, aber
die Geldgeber nicht, gab Johannes Zumpe ein anderes Interview. Darunter
sind vier Kommentare, die sich kritisch mit Trupoli auseinandersetzen.
Johannes Zumpe
antwortet ausführlich auf die Argumente.
-
Pressemitteilung der Agentur Dr. Haffa & Partner Public Relations
GmbH zur Arbeit der Trupoli AG im Januar 2008.
- Wenn Sie Zeit haben, werfen Sie einen Blick in den
Blog zu Trupoli.
Empfehlenswert sind besonders die älteren Beiträge, die die ersten
Diskussionen und Entwicklungen schildern.
- Dort auch zum Thema
Basisdemokratie von Johannes Zumpe:
- Und nochmals eine
Projektbeschreibung.
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